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Ein ganz persönlicher Brief von mir an...

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E-Mails, SMS, ICQ, Telefon, WebCam, Fax, Videobotschaften - der gute alte traditionelle Brief scheint etwas aus der Mode gekommen. Das möchte ich ändern. In Anlehnung an den ganz speziellen journalistischen Typus Franz Josef Wagner von BILD schreibe ich hier meine Meinung und Einschätzung zu aktuellen Themen nieder und sende sie unfrankiert als "Post von Schneider" hinaus in die Welt. Viel Spaß! Besucht mich doch auch mal unter * Sly (fast) privat *







* Hier eine Übersicht aller bislang von mir als © "Post von Schneider" geschriebenen Briefe *

► Lieber Karneval, - Verfasst am 10.02.2010
► Lieber Robert Enke, - Verfasst am 18.11.2009
► Liebes ICH, - Verfasst am 10.06.2009
► Liebes Köln, - Verfasst am 08.03.2009
► Liebes neues Jahr, - Verfasst am 30.12.2008
► Liebe Jennifer Hof, - Verfasst am 15.11.2008
► Lieber 11. September, - Verfasst am 11.09.2008
► Liebe Familie Traber, - Verfasst am 01.09.2008
► Liebe RAMSTEIN-Katastrophe, - Verfasst am 28.08.2008
► Liebe Silke Bischoff, - Verfasst am 14.08.2008
► Lieber 20. Juli 1944, - Verfasst am 20.07.2008
► Liebe Tina-Laura, - Verfasst am 28.06.2008
► Liebe Sportfreunde Siegen, - Verfasst am 02.06.2008
► Lieber Thomas Godoj, - Verfasst am 15.05.2008
► Liebe Annette Humpe, - Verfasst am 06.05.2008
► Liebe Christiane, - Verfasst am 12.04.2008
► Liebe Chinesen, - Verfasst am 26.03.2008
► Lieber Osterhase, - Verfasst am 20.03.2008
► Liebe Charlotte Roche, - Verfasst am 28.02.2008
► Liebe Sophie Scholl, - Verfasst am 22.02.2008
► Sehr geehrter Herr Schneider, (2. Antwort der HARIBO GmbH) - Verfasst am 20.02.2008
► Sehr geehrter Herr Schneider, (1. Antwort der HARIBO GmbH) - Verfasst am 15.02.2008
► Liebe Firma HARIBO, - Verfasst am 14.02.2008
► Lieber Falco, - Verfasst am 06.02.2008
► Liebe WESTFALENPOST, - Verfasst am 01.02.2008
► Liebe Michaela Schaffrath, - Verfasst am 19.01.2008
► Liebe Neapolitaner im Müll, - Verfasst am 12.01.2008
► Lieber Präsident Nicolas Sarkozy, - Verfasst am 05.01.2008
► Liebes 2007, liebes 2008, - Verfasst am 29.12.2007
► Lieber Weihnachtsmann, - Verfasst am 23.12.2007
► Lieber Ben Wettervogel, - Verfasst am 20.12.2007
► Liebe Anna Netrebko, - Verfasst am 12.12.2007
► Liebe Super-Miri, - Verfasst am 22.11.2007
► Liebe Amokläufer, - Verfasst am 20.11.2007
► Liebe Alexandra Maria Lara, - Verfasst am 14.11.2007
► Lieber Johannes Heesters, - Verfasst am 12.11.2007
► Liebe XXX XXX, - Verfasst am 07.11.2007
► Liebe TITANIC-Redaktion, - Verfasst am 01.11.2007
► Liebe Bundesregierung, - Verfasst am 27.10.2007
► Liebe Kylie Minogue, - Verfasst am 21.10.2007
► Sehr geehrter Herr Schneider, (Antwort von ERASCO) - Verfasst am 16.10.2007
► Liebe Firma ERASCO, - Verfasst am 16.10.2007
► Liebe Regina Halmich, - Verfasst am 14.10.2007
► Liebe Kardiologin Gabi, - Verfasst am 09.10.2007
► Liebe Anna Brüggemann, - Verfasst am 05.10.2007
► Liebe Contergan-Kinder, - Verfasst am 03.10.2007
► Liebe Ostdeutsche, - Verfasst am 28.09.2007
► Lieber Oliviero Toscani, - Verfasst am 24.09.2007
► Liebe Heroinsüchtige, - Verfasst am 21.09.2007
► Lieber Igel, - Verfasst am 16.09.2007
► Liebe Anne Will, - Verfasst am 09.09.2007
► Lieber Herr Schneider, (Bitte von Mariann Ludewig) - Verfasst am 08.09.2007
► Liebe Türken, - Verfasst am 06.09.2007
► Liebe Raucherinnen & Raucher, - Verfasst am 02.09.2007
► Liebe Steffi Jones, - Verfasst am 01.09.2007
► Liebe Julia Hummer, - Verfasst am 26.08.2007
► Lieber entführter Rudolf Blechschmidt, - Verfasst am 25.08.2007
► Lieber Rudolph Moshammer, - Verfasst am 22.08.2007
► Lieber Siegfried & Roy, - Verfasst am 19.08.2007
► Liebe Anna-Maria Mühe, - Verfasst am 14.08.2007
► Lieber Russell N. Harris, - Verfasst am 12.08.2007
► Liebe Madeleine McCann, - Verfasst am 08.08.2007
► Liebe Christina Stürmer, - Verfasst am 06.08.2007
► Liebe Natascha Kampusch, - Verfasst am 04.08.2007
► Lieber Meister Proper & Weißer Riese - Verfasst am 03.08.2007
► Lieber Uwe H. Krechel, - Verfasst am 02.08.2007
► Lieber Herr Schneider, (Hommage von Kerstin Matthies) - Verfasst am 01.08.2007
► Liebe Claudia Schiffer, - Verfasst am 29.07.2007
► Liebe Veronica Ferres, - Verfasst am 27.07.2007
► Liebe brustkrebskranke Katharina, - Verfasst am 26.07.2007
► Lieber Sylvester, (Antwort von Sabrina Mockenhaupt) - Verfasst am 23.07.2007
► Liebe Sabrina Mockenhaupt, - Verfasst am 22.07.2007
► Sehr geehrter Herr Schneider, (Antwort des ZDF) - Verfasst am 20.07.2007
► Liebes ZDF, - Verfasst am 20.07.2007
► Lieber Mirko Bäumer, - Verfasst am 19.07.2007
► Liebe Haar-Fee Bettina, - Verfasst am 18.07.2007
► Liebe Heidi Klum, - Verfasst am 16.07.2007
► Liebe Siegener Schachspieler, - Verfasst am 14.07.2007
► Liebes Wetter, - Verfasst am 13.07.2007
► Liebe Väter von Kuckuckskindern, - Verfasst am 11.07.2007
► Liebe NENA, - Verfasst am 10.07.2007
► Lieber Todeskandidat Elijah Page, - Verfasst am 09.07.2007
► Liebe LaFee, - Verfasst am 08.07.2007
► Liebe US Raumfahrtbehörde NASA, - Verfasst am 07.07.2007
► Liebe Kate Moss, - Verfasst am 06.07.2007
► Liebe verwirrte Autofahrerin, - Verfasst am 05.07.2007
► Liebe lesbische CDU-Ministerin Karin Wolff, - Verfasst am 04.07.2007
► Liebe Sonja „Sonnenschein“, - Verfasst am 02.07.2007
► Liebe Lady Di, - Verfasst am 01.07.2007
► Lieber Jürgen W. Möllemann, - Verfasst am 29.06.2007
► Lieber Marco Weiss, - Verfasst am 26.06.2007
► Liebe Deutsche Nationalmannschaft, - Verfasst am 25.06.2007
► Liebe Nürnberger Wildvögel, - Verfasst am 24.06.2007
► Liebe Polen, - Verfasst am 24.06.2007



Verfasst am 09.02.2010 11:46:16 Uhr
87. Post von Schneider

Lieber Karneval,...

jetzt haben sie dich wieder losgelassen, deine heiße Phase beginnt.
Läufig, rollig, prollig.
Wie eine Wildsau braust du durch das Land.
Drei – Zwei – Eins – Los.
Terminiert, budgetiert, geistig limitiert.
Magst dich prostituieren, zur Schau stellen bis der Arzt kommt.
Alles ganz legal.
Wir treiben den Winter aus, das ist doch eine feine Sache, oder?

Schau her du hungernde Welt, wir werfen sogar mit Lebensmitteln.
Das bringt gute Laune – WIDERLICH.
Das Narrenschiff schunkelt durch die berauschten Gassen der Metropolen.
Gemütlichkeit verschleiert den Kommerz, Fastnacht als Lebensgefühl.
Tradition verpflichtet.

Karneval, ich sage dir nichts Neues:
Du hast zwei Gesichter.
Intellektuell für die TV-Kameras – pfeilsicherer Wortwitz für die Quote.
Parolen & Pointen im Sekundentakt mit Rakete & Tusch.
Geschminktes Dauergrinsen gegen die Wirtschaftskrise.

Und draußen regiert der Mob.
Drogen für die Großen, Wodka für die Koma-Kids.
Die Kinderkliniken nutzen das Sonderangebot der Windelhersteller gerne.
Pubertäre Inkontinenz, da sind wir dabei, das ist prima…
Und auf die Schnelle noch eine Kamelle,
runter in den Schlund – ist das gesund?

Hey Karneval,

schau mal bitte in den Spiegel. Erkennst du dich noch?
Bist du dir treu geblieben?
NEIN.
Man hat dich missbraucht, wie eine Straßendirne aus dem Rotlichtmilieu.
Narrensprung mit „Vergewaltigung“.

Auch ich kann mich der (un)heimlichen Magie nicht entziehen,
meine Kamera lässt sich von den erotischen Blicken umschmeicheln.
Ein einflussreiches Dreigestirn für die Titelseiten.
Bunter Glitzerstaub, viel nackte Haut und endlose Luftschlangen sichern die Auflage.
Erst auf dem Monitor sehe ich die ungeweinten Tränen hinter den Masken.


Mit karnevalistischen Grüßen – Alaaf & Helau
dein SyLvEsTeR
Hier geht’s zum Straßenkarneval

* Jetzt könnt ihr mir auch eine e-Mail schreiben an: post-von-schneider@freenet.de


Copyright © 2010 Sylvester Schneider
All rights reserved

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Verfasst am 18.11.2009 18:28:57 Uhr
86. Post von Schneider



Lieber Robert,...

manchmal wird eine schreckliche Nachricht nur erträglich, wenn sie von Freunden überbracht wird. Dann fällt man weicher in die Fassungslosigkeit.

You’ll never walk alone.
Einsame „Todes-Parade“.
Tränen statt Applaus.
Du bist hoch gefallen,
ganz tief in Gottes Hände.
Beschütze Teresa & Leila.

Wenn die Seele weint, hilft kein Applaus und kein Ruhm.
Wer außer Gott kann schon in unsere Seele schauen?


Liebe Grüße - SyLvEsTeR
Hier geht’s zu Robert Enke



► Ein letzter Abschiedsgruß der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft


Lieber Robert,

es ist nicht leicht, heute Abend die Fußballschuhe anzuziehen, raus zu gehen auf den Rasen, 90 Minuten das zu tun, was Du so sehr geliebt hast. Dein Tod ist für uns immer noch allgegenwärtig. Er hat uns alle sprachlos gemacht, fassungslos, hilflos. Wir waren wie gelähmt, als wir die unerträgliche Nachricht bekommen haben. Wir waren nicht in der Lage, unsere Trauer in Worte zu fassen. Wir waren nicht in der Lage, ein paar Tage später Fußball zu spielen.

Wir konnten nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Wir alle brauchten diesen Moment der Ruhe, um zu realisieren, was passiert ist. Richtig verstehen werden wir es vielleicht nie.

Wir haben lange zusammen gesessen und an Dich gedacht. Wir haben zusammen geschwiegen, zusammen geweint und zusammen nach Antworten gesucht, aber eigentlich immer nur neue Fragen gefunden. Quälende Fragen nach dem Warum. Warum konnten wir Dir nicht helfen? Warum konntest und wolltest Du uns nicht von Deinen Problemen erzählen? Warum ist es in unserem Leistungssport, in unserer Leistungsgesellschaft nicht möglich, Angst und Krankheit auszusprechen?

Es ist für uns alle ein schmerzhafter Gedanke, dass Du Dich einsam und allein gefühlt haben musst, auch wenn Du mit uns zusammen warst. Dass Du so oft das Gefühl gehabt haben musst, viel mehr verlieren zu können als nur ein Fußballspiel. Dass für Dich so viel mehr auf dem Spiel stand als für jeden anderen von uns. Dein Tod ist so trostlos. Aber wir werden alles dafür tun, in Deinem Sinn weiterzumachen, guten Fußball zu spielen, erfolgreich zu sein. Und uns dafür einzusetzen, dass Vorurteile und Stigmatisierungen im Fußball keinen Platz haben.

Du wirst uns fehlen. Auf dem Weg ins Stadion, in der Kabine, im Strafraum. Du wirst uns fehlen, weil Du ein außergewöhnlicher Torhüter warst. Aber noch vielmehr, weil Du ein bemerkenswerter Mensch warst.

Wir spielen heute für Deutschland, wir spielen für die Fans. Aber wir spielen vor allem für Dich. Für einen guten Freund, durch dessen Tod wir alle noch ein Stückchen näher zusammengerückt sind.

Wir sind ein Team.
Und Du wirst immer ein Teil dieses Teams bleiben.


Deine Nationalmannschaft

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Verfasst am 10.06.2009 00:11:10 Uhr
85. Post von Schneider



Liebes ICH,...

jetzt habe ich schon so viele Briefe geschrieben, doch für dich hatte ich noch nicht mal eine Ansichtskarte übrig. Dabei stehst du mir besonders nahe. Du begleitest mich auf all meinen Wegen – Tag und Nacht, in guten wie in schlechten Zeiten. Bis dass der Tod uns scheidet? Nein, eben nicht!

Bei mir bist du sicher.
Bei mir ist dein Zuhause.
Bei mir darfst du ICH sein.
Bei mir darfst du alt werden.
Bei mir darfst du jung bleiben.

Es gibt Menschen die dich als narzisstische Wucherung der legalen Selbstdarstellung verunglimpfen, als lästigen biochemischen Vorgang bekämpfen mit biochemischen Substanzen. Mein ICH soll klar bleiben, freie Sicht auf das nackte Leben -
ohne Drogen oder Alkohol.

Du bist mein Steuerungssystem.
Du bist mein Gefühl.
Du bist mein Gewissen.
Du bist meine Ehre.
Du bist meine Liebe.
Du bist mein ICH.



Liebe Seele, manchmal verschenken wir uns, manchmal veranstalten wir eine kleine Führung hinter die Kulissen. Backstage-Party mit einem gesprochenen Autogramm gegenseitigen Vertrauens. Meeting der Seelenverwandten ohne Stammbaum. Tag der Offenen Tür, Willkommensgruß statt Autoaggression.



Du und ICH,
wir sind Allein, Allein.
Wir wärmen uns im Polarkreis 18 an dem Duft der Zukunftsmelodie.
Wir tanzen durch das Appartement
wie ein verliebtes Teenager-Paar.

Niemand soll uns sehen.
Niemand darf uns stören.
Niemand soll uns beneiden.
Niemand darf uns begehren.

Du und ICH,
uns gibt es nur im Doppelpack.
Kein Sonderangebot, für kein Geld der Welt.
Ausverkauftes Geheimkonzert.
Bist du dabei?


Liebe Grüße
an mein ICH, denn ohne dich will ich nicht sein – dein SyLvEsTeR
Hier geht’s zu Maximilian Bloch

* Jetzt könnt ihr mir auch eine e-Mail schreiben an: post-von-schneider@freenet.de

Copyright © 2009 Sylvester Schneider
All rights reserved

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Verfasst am 08.03.2009 11:13:57 Uhr
84. Post von Schneider



Liebes Köln,

ich bin jahrelang sehr gerne über deine Straßen geschlendert, verträumt durch die engen Gassen geschwebt, fühlte mich in dir geborgen und von dir verstanden. Du warst Freundin, Freund & Familie – du warst was ich fühlen wollte. In dir bekam ich Luft, wenn ich hier in Siegen zu ersticken drohte. Ein paar Stunden Dialyse für einen „Patienten“ in dem kein Siegerländer Blut fließt reichten, um meine Seele von der Tristes der Provinz zu reinigen.



Köln du bist schwul.
Köln du bist lesbisch.
Köln du bist heterosexuell.
Köln du bist multikulturell.
Köln du bist sensationell.

Für mich bist du Musik, Kölsch, Freiheit, Toleranz und Liebe. Ich habe im Volksgarten gelegen, am Rheinufer gesessen oder mich am Wind rund um den Dom berauscht. Ein Gewitterregen am Tanzbrunnen prasselt wie flüssige Emotionen auf die Haut. Eine CD aus einem Kölner SATURN klingt einfach besser. Ein Parkknöllchen eines Kölner Polizisten ist wie eine Auszeichnung, eine Urkunde für auserwählte Ehrenbürger – Trophäe für 15,- Euro.



Liebe Domstadt, du bist über 2.000 Jahre alt, hast 1.024.300 Einwohner und wolltest plötzlich ganz groß rauskommen. Deine Tradition mit sonnigem Gemüt und fröhlichem Lebensgefühl ist dir nicht mehr gut genug, ist zur Nebensache verkommen. Hauptsache mitspielen im Konzert der Mega-Metropolen, die du gar nicht bist. Meine Liebe zu dir hat Risse bekommen, glückliche Stunden sind einfach in die Tiefe gestürzt. Dein Gesicht ist staubig, die Maske fällt, Kölle Alaaf auf dem Südfriedhof, Depressionen bei den Erdmännchen im Zoo.



Jetzt bellen nur noch die Leichenhunde.
Jetzt hast auch du deinen kleinen Ground Zero.
Deine Geschichte geht in die Geschichte ein.
An den verschütteten Dokumenten klebt das Blut der Gier.
An den verschütteten Menschen klebt die (Un)Schuld deiner Ignoranz.
Ein strahlendes Lächeln taucht ab in den dunklen Tunnel des Todes.

Wie sehr muss ich dich lieben, um dir so etwas zu verzeihen?!


Liebe Grüße
...denn ohne dich kann ich nicht sein - SyLvEsTeR
Hier geht’s nach Köln

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Verfasst am 30.12.2008 00:08:20 Uhr
83. Post von Schneider



Liebes neues Jahr,

ich kenne dich nicht, aber wenn du Zeit hättest, würde ich gerne die kommenden 365 Tage mit dir verbringen. Ich erwarte dich voller Gastfreundschaft, obwohl ich dich für ein Flittchen halte, denn du kommst zu jedem. Du verschenkst dich wie eine süchtige Straßendirne. Du hast alles im Angebot: Liebe, Glück, Erfüllung, Hass, Trauer und Tod. Du bist nicht billig, es gibt Menschen die bezahlen einen hohen Preis und erhalten doch nur ein wertloses Nichts. Unsere Kanzlerin Angela Merkel hat uns vor dir gewarnt. 2009 – wie schwierig bist du wirklich?

Nein, du machst mir keine Angst. Irgendwie bist du keine Überraschung, schlüpfst nur in verschiedene Gewänder, doch am Ende war alles schon mal da. Ich habe dich enttarnt, man darf dich nicht unterschätzen, aber auch nicht überbewerten. Manchmal denke ich, du machst einfach nichts, gar nichts. Die Action liefern wir Menschen. Du stellst nur die Zeit und die Bühne. Du lässt uns als Puppen tanzen und zum Schluss gibt es nicht einmal Applaus. Wir sind und bleiben Laiendarsteller in der Inszenierung des mächtigen Universums.

ZDF: Sarah Gross ist die Frau des Jahres 2008

Lieber Jahresrückblick, du bist uns auch diesmal wieder in vielfältiger Form ins Haus geflattert, nüchtern gedruckt, satirisch in Worte gefasst oder in ergreifenden Bildern mit Anmerkungen von Normen Odenthal. Du bist ein Konzentrat aus Freud und Leid, für manche nicht mehr als eine lästige Monatsblutung, für andere ein wichtiger Bestandteil des Jahres. Ein Resümee eigener verfehlter Begehrlichkeiten oder die nachträgliche Rechtfertigung für vorsätzliche Grenzüberschreitungen. Unschuldiges Einzelschicksal bittet um Gnade.

Für mich bist du immer da, einfach ein Teil meines Lebens, zuverlässiger Freund ohne Trauschein. Mir bist du wichtig, ich habe dich Jahr für Jahr eingeschaltet, solange ich denken kann. Wie ein Scanner taste ich täglich mein Leben ab, ordne zu, ordne ein, schließe aber auch ab. Nie wirst du mein Leben beherrschen. Vergangenheit ist wichtig, für das Jetzt und das Heute. Du bist mir wichtig, weil du mein Morgen sein darfst. Stärke durch Zukunft ohne Vorhersage – ein spannender Balanceakt. Jetzt bist du Geschichte, hier ist dein Abschiedskuss.



Liebe Grüße
dein SyLvEsTeR zu Silvester vor SILVESTER
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